7 Thesen, wie sich Influencer Relations in 2017 verändern könnten

„Schleichwerbung“, „Reichweite“ und „gekaufte Follower“ – das waren die Top-Buzzwords zum Thema Influencer im vergangenen Jahr. Doch was werden die Trends bei Influencer Relations und Marketing 2017 werden? Zum Jahresstart wagt unsere Influencer-Expertin Judith Pierau einen Blick in die Glaskugel:

1. Reichweite tritt in den Hintergrund

Wie bitte? Ja, aber so wird es sein – denn mittlerweile kennen sich Agenturen und Unternehmen gut aus und können mit Hilfe von Tools schnell analysieren, ob gekaufte Fans im Spiel sind. Und auch bei der Interaktionsrate, die sonst als sicherer Garant für einen „guten“ oder „schlechten“ Influencer gilt, wird analysiert, woher die Likes kommen.

2017 wird also mehr darauf geachtet, wer denn die „echten“ Fans und an welchen Themen diese interessiert sind. Und so wird dann für eine große Kampagne vielleicht einmal nicht die Person mit den meisten Fans und Likes ausgewählt, sondern die Person, die die „richtigen“ Fans für das Kampagnenziel hat.

2. ROI

Was bringen Influencer wirklich? Beim Affiliate Marketing ist die Rechnung einfach: Influencer verdienen pro verkauftem Produkt durch eine Provision. Das lohnt sich besonders im Bereich von Premium-Fashion und Elektronik, wenn das Ziel der Abverkauf ist.

In 2017 werden die Unternehmen, die viel Budget in Influencer Relations investieren, noch kritischer darauf schauen, ob Kampagnen das jeweilige Kommunikationsziel und vor allem die richtige Zielgruppe erreichen. Denn die Zeiten des „Ausprobierens“ sind längst vorbei.

3. Pitches

Was für uns Agenturen zum Alltag gehört, könnte in der Influencer-Szene auch bald zum Regelfall werden. Warum schreiben Agenturen und Unternehmen die zu vergebenden Aufträge nicht aus und wählen dann die kreativste und effizienteste Umsetzung? Angeblich plant schon die erste Plattform für Influencer einen solchen Bereich, in dem sich Influencer auf die Kampagnen von Marken bewerben können.

4. Das Blog wird wieder Nummer eins

Snapchat, Instagram, Stories, Musically, Facebook – die Social Media Kanäle der Influencer werden nicht an Bedeutung verlieren, doch wird das eigentliche Blog mit ausführlichen und lange auffindbaren Inhalten zu Marken und Produkten wieder ins Zentrum rücken. Warum? Sucht man im Netz nach Informationen zu Produkten oder Marken, dient ein Blogbeitrag auch langfristig noch als Informationsquelle für die Suchenden. Snapchat & Co. sind vergänglich.

5. Luxus-Reisen adé

First-Class-Flüge, Champagner- und Häppchen-Events, 5-Sterne-Hotels – bisher wurden Influencer von Unternehmen wie „Adelige“ behandelt, aber auch hier hinterfragen Unternehmen, ob dieser Invest innerhalb der Fremdkosten (denn diese kommen zusätzlich zu den Honoraren hinzu) notwendig ist, oder ob Kooperationen nicht auch kosteneffizienter gestaltet werden können – ohne am Honorar für den Influencer zu sparen. Denn eins ist sicher: Influencer sollen ordentlich vergütet werden für ihre Arbeit.

6. Micro Influencer werden gefragt

Hat man in den vergangenen Jahren auf die absoluten Stars der Szene gesetzt, werden jetzt auch wieder sogenannte Micro-Influencer (zwischen 5k–50k Follower) spannend für die Unternehmen – gerade, wenn es darum geht, nicht nur einen großen Influencer und seine Community zu erreichen, sondern auch spezielle Interessensgruppen.

7. Influencer Events werden weniger

Eigentlich schade, ist doch diese Disziplin für Teilnehmer, Agenturen und Unternehmen eine der schönsten. Fakt ist aber, dass viele Influencer heute ein bis zwei Tagessätze für eine Event-Teilnahme aufrufen und dies dann (ohne weiteres Honorar) nicht einmal zu Coverage führt.

Alles auch vollkommen in Ordnung, Verständnis für die Influencer ist da, denn diese investieren viel Zeit, wenn das Event nicht gerade in der Nähe des Wohnorts ist. Unternehmen werden in Zukunft also eher auf Kooperationen und kleinere Events setzen, die dazu dienen, die Influencer näher kennenzulernen (um diese für ein Produkt zu begeistern oder um über mögliche Kooperationen zu sprechen).

Und warum sollten Influencer nicht auch Events nahe ihres Wohnortes für Networking und Akquise nutzen? Events sind die ideale Gelegenheit, die richtigen Entscheider persönlich kennenzulernen und im Gedächtnis zu bleiben.

Wird so die Zukunft aussehen bei den Influencer Relations? Ich bin gespannt!

 

Judith Pierau