Frauen und Karriere in der Kommunikation – Omniwomen Summit 2017

In der Kommunikationsbranche sind überdurchschnittlich viele Frauen beschäftigt. Schaut man aber in die Chefetagen, nimmt der prozentuale Anteil an Frauen ab. So sind die meisten Spitzenpositionen heute immer noch mit Männern besetzt.

Frauen und Karriere in der Kommunikation – Judith Christina Pierau und Ewa Krzeszowiak beim Omniwomen Summit 2017Die Agenturholding Omnicom – zu der auch FleishmanHillard gehört – will den Frauenanteil in Top-Führungspositionen signifikant steigern, von derzeit 13 Prozent auf 30 Prozent im Jahr 2020. Dazu veranstaltet Omnicom unter anderem auch Networking-Veranstaltungen für weibliche Führungskräfte.

Ewa Krzeszowiak und Judith Christina Pierau waren für FleishmanHillard beim ersten deutschen Omniwomen Summit in Berlin und teilen ihre Eindrücke als Dialog: 

Judith: Neun Vorträge innerhalb von 8 Stunden, ziemlich viel Input von spannenden Persönlichkeiten aus unserem Netzwerk und Gastrednern. Wer hat Dich am meisten beeindruckt?

Ewa: Christian Gansch, der seine Erfahrungen als Dirigent und Orchestermusiker geteilt hat, war sicherlich einer der Gastredner, der mich beeindruckt hat. Er hat einen interessanten Vergleich zwischen der Führungskultur in einem Orchester und einem Unternehmen hergestellt und konnte anhand von Beispielen zeigen, wie viele Unternehmen von der Arbeitsweise eines Orchesters lernen können. Die Kernessenz: „Aufeinander hören und miteinander handeln“ sowie „Gegenseitiger Respekt statt Macht des Stärkeren“ sind sicherlich Tipps, die für unsere Arbeit sowie im Alltag bedacht werden sollten.

Der Erfahrungsbericht von Katharina Höhne, die ihre Karriere bei Henkel begann und heute als Corporate Officer und SVP das weltweite Friseurgeschäft von Shiseido mit 2.000 Mitarbeitern von Tokio aus leitet, hat mich ebenfalls sehr fasziniert. Eine starke Frau mit viel Humor, die sich in schweren Zeiten nicht hat verbiegen lassen und sich treu geblieben ist. „Es ist viel mehr möglich, als man glaubt“ lautet ihre Devise. Zudem hilft es in jeder schwierigen Lage, sich nicht immer zu ernst zu nehmen und keine Scheu zu haben, auch um Hilfe zu bitten und Hilfe anzunehmen.

Judith, Hast Du einen Favoriten oder Favoritin?

Judith: Antje Neubauer, die Marketingchefin der DB AG, hat mich mit ihrer Persönlichkeit und ihrer Karriere sehr beeindruckt. Sie steht zu ihrer Weiblichkeit und verstellt sich als Frau nicht. Sie macht aber ihren Standpunkt zur Karriere klar: „Wer erfolgreich sein will, der muss die Extrameile gehen.“

Den Tipp gebe ich auch immer gerne weiter – ob Frau oder Mann, nur durch Abarbeiten und gute Leistung wird keine Karriere geformt, sondern durch unternehmerische Verantwortung.

Und auch der Mut zu Fehlern: Wie oft rechtfertigen wir uns und reden uns bei Fehlern raus, anstatt zu diesen zu stehen, daraus zu lernen. Was mich überleitet zum Vortrag von Verhandlungsexperte Matthias Schranner und seinen Tipp, Konflikte direkt anzusprechen, den eigenen Standpunkt klar zu machenund nicht schon vorher Kompromisse einzugehen. Den Tipp habe ich auch gleich erfolgreich umgesetzt.

Ewa: Was sind denn Deine drei Learnings aus dem Summit? Für mich habe ich Folgendes  mitgenommen:

  1. „Ganbatte!“ Japanisch für „Gib dein Bestes“
  2. Erfolgreich wird man nicht, weil man nett ist: Es ist wichtig, seinen Standpunkt klar zu formulieren und sich dabei treu zu bleiben.
  3. Bewusst Networking betreiben: Kontakthürden überwinden und gezielt in Gespräche hineingehen, denn man muss sich immer vor Augen führen, dass beide Seiten davon profitieren sollten.

Judith: Meine Learnings, die ich gerne anderen jungen Frauen ans Herz legen möchte:

  1. Suche Dir Mentoren, nach unten und nach oben. Den Tipp habe ich auch gleich beherzigt und einer Kollegin in seniorigeren Position meine „Mentorenschaft“ angeboten und sie hat angenommen. So kann ich Fachwissen weitergeben und von ihr gleichzeitig für meine Karriere lernen.
  2. Stell Deine Forderungen. Ob in Gehaltsverhandlungen oder beim Kunden – verkaufe Dich und Deine Ideen nicht unter Wert.
  3. Karrieren werden nicht geplant – kein Vorgesetzter der Welt kann Deine Karriere für Dich planen. Es gehört viel Wissen, die Extrameile und auch Glück dazu (und das muss man auch annehmen können).

Judith und Ewa: Vielen Dank für das Gespräch!


Judith Christina Pierau (33) ist bei FleishmanHillard in Frankfurt im Creative Strategy & Innovation Team als Lead verantwortlich für Social & Influencer Relations: „Ich habe meine eigene Karriere nie geplant, sondern Chancen genutzt und vor allem den Mut zu Fehlern und zu Neuem gehabt. Meine eigenen Ideen sehe ich innerhalb der Agentur immer wie ein Start-Up: Ich entwickele eine Geschäftsidee und muss sie vor meinen Vorgesetzten verkaufen – das macht mir Spaß und treibt mich an“.

Ewa Krzeszowiak ist bei FleishmanHillard in Düsseldorf als Lead Manufacturing & Industrials im Technology, Manufacturing & Industrials Team tätig: „Offen und neugierig zu bleiben ist meine Devise seit vielen Jahren. Das hilft mir, mich auf neue Kunden einzustellen, neue Chancen zu ergreifen und auch in neue Bereiche einzutauchen. Was ich meinen Junioren gerne mit auf dem Weg gebe, ist, keine Scheu zu haben, sich auch auf schwierige Kunden einzulassen – was ich persönlich als eine Herausforderung sehe. Zudem ist Zuhören können und sich die Zeit nehmen, Vertrauen zum Kunden aufzubauen, entscheidend in unserem Beruf – das spornt mich immer wieder an.“