CeBIT 2017: Totgesagte leben länger

Auch dieses Jahr konnten die Besucher der CeBIT die Topthemen der IT-Branche wie Unmanned Systems & Solutions, Virtual & Augmented Reality, Internet of Things, Robotics oder Digital Business Solutions in 17 Messenhallen erkunden. Das Technology-Team von FleishmanHillard betreute mehrere Kunden vor Ort und hat die Gelegenheit genutzt, sich umzusehen. 

Partnerland Japan

CeBIT 2017: Mit Hilfe einer Fluorocarbon-basierten Flüssigkeit werden Server auch bei Volllast maximal gekühlt.

Mit Hilfe einer Fluorocarbon-basierten Flüssigkeit werden Server auch bei Volllast maximal gekühlt.

Das diesjährige Partnerland zeigte mit einer Reihe von Ausstellern und spannenden Diskussionsrunden den aktuellen Stand und die Herausforderungen des Wandels von Industrie 4.0 zu Society 5.0. „Realität und Cyber müssen besser verschmelzen“ – das Credo einer Diskussionsrunde bringt auf den Punkt, was es braucht, um den Wandel zu vollbringen. Sowohl die Vertragsunterzeichnung des Abkommens über das Internet of Things zwischen ITAC und der Alliance of Internet of Things Innovation (AIOTI) als auch die Partnerschaft mit Japan sind dabei wichtige Schritte.

Zu den japanischen Ausstellern zählte unter anderem Fujitsu, ein Anbieter von Informations- und Telekommunikations-basierten Geschäftslösungen. Fujitsu legte den Fokus auf einen Nebenaspekt des Internet of Things: die steigenden Anforderungen an Datenspeicherung durch das rasante Wachstum der Datenvolumina. Eine innovative Kühlungstechnologie für Server, bei der die Server-Racks und die Festplatten komplett in Flüssigkeit getaucht werden, bietet eine extrem energieeffiziente und geräuscharme Lösung für moderne Rechenzentren.

Drohnen, künstliche Intelligenz und autonomes Fahren

In einem Outdoor-Park (Drone-Park) und einer Indoor-Arena wurden die kleinen, großen und bunten Drohnen der Aussteller bestaunt. Die Copter-Piloten ließen die digitalen Überflieger mit rasender Geschwindigkeit ihre Runden durch die Luft drehen, was viele Blicke auf sich zog.

In der Halle nebenan tummelte sich eine Vielfalt an Anwendungsbeispielen aus dem Bereich künstlicher Intelligenz zwischen den Besuchern. Zum Beispiel agierte das AI-Interface „RoboPin“ von Fujitsu als charmanter Wegweiser und Serviceroboter. Ein anderer elektronischer Helfer nahm die Kaffeebestellungen der Besucher auf und bereitete diese frisch zu.

CeBIT 2017: Der Mediator-Robot „RoboPin” begrüßt die Besucher mit Namen und „Pepper“ bereitet frischen Kaffee zu.

Der Mediator-Robot „RoboPin” begrüßt die Besucher mit Namen und „Pepper“ bereitet frischen Kaffee zu.

Umgeben von den automatisierten Helferlein mussten wir unwillkürlich an frühe Roboterversuche denken: Was vor einigen Jahren beim Match „Computer vs. Mensch“ noch eine Zukunftsvision war, ist heute längst von der Wirklichkeit überholt. Das gilt auch für die Challenge vom autonomen Fahren, die 2005 eher kläglich ausging.

CeBIT 2017: Auch für Fußgänger besteht keine Gefahr. Die selbstfahrenden SmartShuttles halten dank der Kameras und Sensorik vor „Hindernissen“ an.

Auch für Fußgänger besteht keine Gefahr. Die selbstfahrenden SmartShuttles halten dank der Kameras und Sensorik vor „Hindernissen“ an.

Auf der diesjährigen CeBIT dagegen waren die „SmartShuttles“ der Schweizer Post nicht nur ein Hingucker, sondern verdeutlichten auch die Fortschritte. Während die Bundesregierung in Deutschland erst Anfang des Jahres eine Regelung für selbstfahrende Autos veröffentlicht hat, sind die SmartShuttles in der Schweiz bereits auf den Straßen unterwegs und haben die Besucher der CeBIT durch die Ankunftshalle chauffiert. Die autonomen Kleinbusse sind mit feinster Sensorik und Kameras ausgestattet, um Unfälle mit Verkehrsteilnehmern oder anderen Hindernissen zu verhindern, und fahren mit Hilfe von 3-D-Mapping und einer maximalen Geschwindigkeit von 20 km/h sicher durch die Hallen.

Arbeiten 4.0

Auch die oft verkannten politischen und sozialen Facetten rund um das Thema Digitalisierung wurden auf der CeBIT beleuchtet. In der Podiumsdiskussion zum Thema „Der Traumjob von morgen – selbstbestimmt und flexibel“ diskutierten der Staatssekretär für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Experten von Fraunhofer IAO, Atos Information Technology und IBM Deutschland über die notwendigen Schritte zum Arbeiten 4.0. Dabei kommen aus unserer Sicht auch einige Aufgaben auf die interne Kommunikation zu, da die Angst um den Jobverlust durch das Automatisierungspotential vieler Tätigkeiten stetig ansteigt. Doch die Sprecher waren sich einig, dass, selbst wenn jede zweite Tätigkeit automatisierbar ist, Roboter nur wenige Jobs komplett ersetzen können. Und durch den Wandel werden auch neue Arbeitsplätze und neue Arbeitsmodelle geschaffen. Die klare Aufforderung der Sprecher: „Aus Angstthema Chancenthema gestalten!“ Dabei liegt es am Management die Mitarbeiterförderung voranzubringen und die entsprechenden Impulse zu setzen.

CeBIT 2017: In der Diskussionsrunde waren sich alle einig: die Technik ist ein Enabler und nicht der Gestalter von Arbeit 4.0.

In der Diskussionsrunde waren sich alle einig: die Technik ist ein Enabler und nicht der Gestalter von Arbeit 4.0.

Nach Bekanntwerden der neuen Pläne für die CeBIT 2018 ist es fast schade, dass es nun vorbei ist mit dem bekannten Format der CeBIT. Dieses Jahr war sie sicherlich so spannend wie schon lange nicht mehr. Die rasante Veränderung der Wirtschaft und der Gesellschaft durch die oben genannten Technologien wird viele Chancen, aber auch Risiken kreieren. Die Frage der vierten industriellen Revolution ist dabei nicht ob, sondern wie wir uns verändern werden. Spannenden Einblick gewährte uns die CeBIT in diesem Jahr definitiv.

CeBIT 2017: Das Team von FleishmanHillard Germany

Das Team von FleishmanHillard