Online-Dienste und PRISM: Vertrauensvorteil für deutsche Anbieter bleibt ungenutzt

Online-Dienste und PRISM - Vertrauensvorteil für deutsche Anbieter bleibt ungenutztBerlin, 2. August 2013  – Bei knapp der Hälfte aller Deutschen (48%) haben die Enthüllungen um das US-Spähprogramm PRISM das Vertrauen in die Anbieter von Online-Diensten beschädigt. Rund zwei Drittel aller Deutschen (69%) vertrauen deutschen und europäischen Online-Diensten mehr als US-amerikanischen. Insbesondere die Gruppe der unter 30-Jährigen gibt an, auf Grund des Vertrauensverlustes auch das eigene Kommunikationsverhalten im Internet verändert zu haben. Das ergab eine Umfrage, die forsa im Auftrag der Kommunikationsagentur FleishmanHillard durchgeführt hat.

Anbieter von Online-Diensten sollten sich um das Vertrauen ihrer Kunden zu bemühen – insbesondere um das der unter 30-Jährigen. Im Rahmen einer repräsentativen Umfrage, die von der Kommunikationsagentur FleishmanHillard in Auftrag gegeben und von forsa durchgeführt wurde, gaben 48% aller Befragten und 58% der unter 30-Jährigen an, ihr Vertrauen in die Anbieter von Online-Diensten sei durch den NSA-Skandal gesunken.

Zugleich zeichnet sich für deutsche und europäische Anbieter ein klarer Vertrauensvorsprung ab: Mehr als zwei Drittel aller Befragten (69%) gaben an, sie vertrauten deutschen und europäischen Online-Diensten mehr als US-amerikanischen. Nur 1% vertrauten den US-amerikanischen mehr; 27% sehen keinen Unterschied.

Nutzen konnten die deutschen und europäischen Anbieter diesen Vorteil bislang jedoch noch nicht: Nur 6% aller Nutzer beziehungsweise 10% aller unter 30-Jährigen, haben seit Bekanntwerden der Abhöraffäre ihren Anbieter gewechselt oder überlegen dies zu tun.

Hanning Kempe, General Managing Director bei FleishmanHillard in Deutschland: „Deutsche und europäische Anbieter haben bisher die große Chance nicht genutzt, die ihnen der offenbar enorme Vertrauensvorsprung im Umfeld der NSA-Abhöraffäre bietet. Dabei könnten sie hier deutlich ihre Marktanteile erhöhen. Der Zeitpunkt für gezielte Kampagnen zur eigenen Positionierung und zur Gewinnung neuer Kunden könnte jedenfalls kaum günstiger sein.“

Befragt wurden 1001 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger durch computer-gesteuerte Telefoninterviews. Zeitraum: 25. bis 29. Juli 2013.