Heißes Pflaster: Büro oder Homeoffice?

Homeoffice oder BüroVor mittlerweile anderthalb Jahren mussten viele ihren Arbeitsplatz in die eigenen vier Wände verlegen. Nach zahlreichen Lockdowns und Impfungen ist es nun soweit – seit dem 01.07.2021 ist die landesweite Homeoffice-Pflicht aufgehoben und die Menschen können ihren „alten“ Arbeitsplatz wieder wie gewohnt nutzen. Also einfach alles wieder auf Anfang? Eher nicht! Wer sich mit dem Thema genauer auseinandersetzt, wird schnell merken, dass es bei der Umstellung viele Hürden gibt – aber auch Chancen, die Arbeitsweise zu optimieren. Wir haben unsere Kollegin Anne Glier, Head of HR, gefragt, was diese Entwicklung für die Unternehmen bedeutet.

Autorinnen: Anne Glier und Laura Klemm

Was hat sich durch das Arbeiten im Homeoffice verändert?

Durch die Corona-Pandemie wurden wir gezwungen, die Digitalisierung – in unserem Unternehmen – noch weiter auszubauen, zum Beispiel:

  • mobile Geräte für barrierefreies Arbeiten und Erreichbarkeit
  • Cloud-Lösungen statt Drucken
  • digitale Boards für Gruppenarbeiten und Workshops statt Flipchart

Die Termin- und Kommunikationskultur hat sich am meisten verändert. Noch vor der Pandemie sind wir oft zu Kundenterminen oder in unsere anderen Büros gefahren, um uns persönlich mit den Leuten vor Ort auszutauschen. Im Homeoffice musste die gesamte Kommunikation allerdings über Telefon, E-Mail oder Videocall stattfinden – und es hat auch funktioniert. Das hat unsere Sicht auf die Notwendigkeit persönlicher Meetings verändert. In Zukunft werden wir uns wahrscheinlich genauer überlegen, ob eine Reise notwendig ist oder ob ein Videocall ausreicht.

Aber auch die Meeting-Kultur hat sich verändert. Da der Flurfunk, die gemeinsame Kaffeepause oder die „Ich-geh-mal-schnell-rüber“-Option weggefallen sind, ist unser Terminkalender voll mit zahlreichen Meetings. Ständig von einem Teams-/Zoom-Call zum Nächsten springen zu müssen, kann ganz schön anstrengend sein. Durch den Weg zurück ins Büro könnte die Meeting-Kultur wieder mehr entzerrt werden.

Fragezeichen

Was sollte man als Arbeitgeber/-in bzw. als Arbeitnehmer/-in beachten?

Wie in jeder Beziehung ist ein offener und transparenter Dialog am wichtigsten, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Es geht um mehr als nur die Frage: Homeoffice oder Büro?

Für den/die Arbeitgeber/-in gibt es so viele Aspekte, die dabei eine Rolle spielen, wie zum Beispiel die Effektivität, Effizienz und Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Arbeitsweise. Aber auch die Identität des Unternehmens, die Ansprüche der Kunden/-innen und die Wünsche der Mitarbeiter/-innen müssen berücksichtigt werden. Bevor eine Entscheidung getroffen wird, sollte sich ein Unternehmen folgende Fragen stellen:

  • Welche Arbeitsweise bevorzugen wir als Unternehmen beziehungsweise welche Arbeitsweise spiegelt am meisten unsere Firmenphilosophie und -identität wider?
  • Welche ist die vielversprechendste Arbeitsweise aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht?
  • Was ist das Beste für unsere Kunden/-innen? Wie können wir ihnen den besten Service, die beste Dienstleitung ermöglichen?
  • Was sind die Wünsche der Mitarbeiter/-innen? Gibt es hier bereits ein mehrheitliches Stimmungsbild für oder gegen die Arbeit im Büro oder im Homeoffice?
  • Gibt es eine Kompromisslösung?

Auch die Arbeitnehmer/-innen sollten jetzt genau überlegen, welche Arbeitsweise sie bevorzugen. Natürlich hat sowohl die Arbeit im Homeoffice als auch im Büro ihre Vor- und Nachteile, deshalb sollte man alle Aspekte gegeneinander abwiegen. Als Arbeitnehmer/-in sollte man sich daher fragen:

  • Wo kann ich effizienter arbeiten?
  • Wie fühle ich mich im Büro beziehungsweise im Homeoffice?
  • Welche Arbeitsweise ist aus gesundheitlicher Sicht am besten? Also was ist für mein psychisches und physisches Befinden besser?
  • Wo bin ich kreativer?
  • Welche Arbeitsweise ist für meine Work-Life-Balance am besten?
  • Bin ich kompromissbereit?

Die Vorteile für sich nutzen – Homeoffice als Arbeitsinstrument

Anstatt das Für und Wider der beiden Arbeitsweisen zu diskutieren, sollten wir uns in Zukunft darauf konzentrieren, wie wir die Vorteile beider Möglichkeiten für uns nutzen können. Und das haben wir in Zusammenarbeit mit der GPRA getan.

Wir haben uns zunächst gefragt: Was macht eine Agenturkultur aus? Für uns steht dabei der Austausch untereinander sowie mit den Kunden und Kundinnen an erster Stelle. Natürlich können wir uns auch im Homeoffice mit unseren Kolleg/-innen austauschen, doch im Vergleich zum persönlichen Kontakt im Büro kann die Kommunikation dabei schnell zäh und langatmig werden. Im Büro schaffen wir wieder mehr Nähe und können auf geballte Schwarmintelligenz zugreifen. Besonders komplexe oder zeitkritische Aufgaben können durch integriertes, arbeitsteiliges und proaktives Handeln im Team umgesetzt werden.Homeoffice oder Büro

Im Team verlassen wir unsere Filterblase und können gemeinsam kreative und innovative Ideen entwickeln, indem wir voneinander lernen und uns gegenseitig immer wieder neu inspirieren. Dazu zählen nicht nur Teammeetings, Workshops oder Brainstormings – auch bei einem Kaffee oder in der Mittagspause kann man sich ganz einfach mit seinen Kolleg/-innen austauschen, um bei Bedarf einen neuen Blickwinkel zu bekommen.

Geht es darum, konzentriert etwas abzuarbeiten, oder lässt das Zeitmanagement an einem bestimmten Tag nicht viel Spielraum, ist das Homeoffice eine gute Methode, um weiterhin flexibel und effizient zu arbeiten. Statt sich auf einen Standpunkt zu versteifen, nutzt das „mobile Arbeiten“ die Vorteile beider Optionen. Das Homeoffice wird dabei zum Instrument, das sich den Bedürfnissen der Mitarbeiter/-innen sowie der jeweiligen Arbeitssituation anpasst.

 

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