Medientraining für Videocalls – so gehen Sie mit peinlichen Gewohnheiten um

Auch der letzte Kamerascheue kommt aktuell durch das Arbeiten aus dem Home Office nicht mehr um ein bis zwei Videocalls am Tag herum. Wer währenddessen nicht heimlich chattet oder Mails macht, wird beobachten, dass so gut wie jeder eigenartige Gewohnheiten entwickelt hat. Diese gilt es nicht nur zu bemerken, sondern auch den richtigen Umgang damit zu finden. Wir haben da mal etwas aus der Kommunikationsperspektive vorbereitet.

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Autorin Stefanie Söhnchen

Frenetisches Winken am Anfang und am Schluss

 

Es mag die tatsächliche und gefühlte Distanz sein, die einige Kolleg:innen dazu animiert, bei jedem Betreten und Verlassen eines Meetings voller Enthusiasmus in die Kamera zu grinsen und zu winken.

Was als freundliche Geste gemeint ist – und sich scheinbar in den meisten Fällen auch nicht unterdrücken lässt –, wirkt aber in den meisten Fällen verspielt und unbeholfen.

Aus der Kommunikationsperspektive ist eine dem Medium angemessene Begrüßung durchaus eine gute Idee. Da das Medium „Videoanruf“ allerdings noch ungewohnt ist, sind viele verunsichert, was dort passend ist.

Hier gilt, was auch sonst im Digitalen gilt: Nur, weil es digital ist, funktioniert es nicht vollständig anders als Kommunikation sonst. Sie brauchen also bei Videoanrufen nicht zwingend anders in Gespräche ein- und auszusteigen als bei regulären Anrufen auch.

Gadget-Probleme sofort lösen wollen

 

Spätestens seit den verschiedenen Angebotswochen und Weihnachten haben sich Vollzeit-Home-Officeler mit Technik-Gadgets eingedeckt.

Das schmucke Headset, das jetzt nicht mehr nach Telemarketing aussieht. Die hochauflösende Kamera, die das Gesicht weniger blass aussehen lässt. Vielleicht sogar das Switchboard, das automatisch zwischen Anzeigefenstern wechselt.

Weltuntergang: Wenn diese einmal den Dienst verweigern und plötzlich nichts zu hören und zu sehen ist. Peinlich berührt verfallen dann viele in den Impuls, das ganz schnell wieder hinzubiegen während des Calls.

Aus Kommunikationssicht gilt: Das Zuhören beeinflusst auch das Reden des anderen. Heißt: Wenn mein Gegenüber abgelenkt ist und die Priorität gerade nicht aufs Zuhören legt, werde ich als Sprecherin verunsichert oder auch genervt.

Nicht nur das Gespräch kommt ins Stocken – auch die Stimmung kann kippen.

Daher die Technik lieber zur Seite legen, das Meeting souverän mit anderen Mitteln (z.B. integriertes Audio & Mikro) weiterführen und hinterher den Fehler suchen.

Entschuldings-Flut

 

„Es tut mir leid“ ist sicherlich auch einer der Sätze, die durch Videocalls im Business-Kontext gerade Konjunktur haben. „Sorry, dass das jetzt so klein ist“ – „Sorry, ich hab das jetzt nur als pdf.“ – „Sorry, der zeigt mir hier das Fenster nicht an.“

Durch die immer noch ungewohnte virtuelle Umgebung gibt es viel mehr Dinge, die zum ersten Mal passieren oder die in der Vorbereitung vielleicht nicht absehbar waren. Da sind wir alle in einer Lernkurve.

Aus Kommunikationssicht ist es nicht unbedingt schlimm, sich für spürbare Disruption zu entschuldigen, anstatt sie zu überspielen.

Allerdings manövriert sich der Entschuldigende immer auch in eine angreifbarere Rolle, die bei ständiger Wiederholung die Autorität des / der Sprechenden untergräbt. Und damit dann gegebenenfalls auch die vorgestellten Inhalte.

Daher: gut vorbereiten und wenn möglich Dokumente, Übertragung usw. vorher einmal testen.

Ungewollt komische Mimik und Gestik

 

Besonders wer sich nicht 100% auf den Call konzentriert, sondern nebenher noch tippt, zeigt manchmal unbewusst Gesichtsregungen. Stirn und Mund werden verzogen und machen das Nebenher-Arbeiten noch ablenkender als ohnehin schon.

Gestik einzusetzen ist grundsätzlich eine gute Idee – das macht die Unterhaltung dynamischer und baut Vertrauen auf. Wer allerdings den falschen Bildausschnitt hat, oder die Ellenbogen auf dem Tisch auflegt, wirkt schnell abgehackt und eigenartig.

Auch hier hilft: Testen Sie vorher den Bildausschnitt. Dieser kann bei verschiedenen Tools unterschiedlich nah oder weit ausfallen.

Sorgen Sie dafür, dass man nicht nur Ihr direktes Gesicht ganz nah sieht, sondern geben Sie sich und Gesprächspartner:innen etwas Raum – der Torso darf ruhig sichtbar sein (so, wie man Sie in einem regulären Meetingraum am Tisch sitzen sehen würde).

Das hilft auch bei einer natürlichen Wirkung von Gestik.

Wenn Sie jetzt noch bewusst an den Einsatz von Gestik denken und nicht unter dem Tisch Handbewegungen machen und dabei in die Kamera schauen, bekommen Sie eine ganz andere Präsenz und Wirkung.

Seltsamer Tonfall

 

„Guten Abend, meine Damen und Herren“ – wer die sehr förmliche Begrüßung der Tagesschau jetzt im Ohr hat, denkt sicher auch gleich an diejenigen Kolleg:innen, die beim Präsentieren plötzlich die Stimmlage wechseln, ins Stakkato verfallen oder Nuscheln.

Sobald etwas derartiges in einem Call passiert, werden sich Gesprächsteilnehmer:innen mehr auf die Sprechweise als auf das Gesagte konzentrieren. Deshalb ist eine natürliche, klare Sprechweise bei der Vermittlung der eigenen Inhalte hilfreich.

Genau wie bei offline Vorträgen kann ein vorheriges Üben beispielsweise mit Kolleg:innen für Gelassenheit sorgen.

Haben Sie eine der Gewohnheiten bei sich oder anderen bemerkt? Ehrlicherweise: Halb so schlimm. Online werden viele Dinge nicht so eng gesehen und außerdem befinden uns alle gerade in einer gemeinsamen Lernkurve.

*winkt frenetisch zum Abschied*

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