Hacking PR – Disziplingrenzen überwinden und die Zukunft gestalten

Hacking PR – Disziplingrenzen überwinden und die Zukunft gestaltenWas passiert, wenn sich rund 100 PR-Experten, Designer und Programmierer zwei Tage gemeinsam einschließen, um Lösungen für die Zukunft der Kommunikation zu entwickeln? Dieser Frage ist unsere Kollegin Anne Beutel beim ersten PR-Hackathon Deutschlands auf den Grund gegangen.

Für 48 Stunden verwandelte news aktuell das Kasino der Jahrhunderthalle in die Coding-Zentrale der PR, um Lösungen für typische Probleme eines Beraters zu suchen: Hab ich eigentlich Bildmaterial für den aktuellen Pressetext? Wie messe ich die Stimmung im Unternehmen oder den Wert der PR-Arbeit? Und wer sind eigentlich die für meine Botschaften passenden Multiplikatoren?

In einem Team aus Beratern (Lavinia Haane von Hotwire, Fabienne Hackel und Alisa Wissenbach von fischerAppelt sowie mir als Vertreterin von FleishmanHillard), einem Designer (Michael Reinhardt von Ligalux/fischerAppelt) und einem Programmierer (Alexander Agasiev) haben wir uns als „Heißer Fleischapfel“ der letzten Frage angenommen. Denn die Suche nach Influencern, die wirklich die Zielgruppe unserer Kunden ansprechen und nicht einzig durch ihre Reichweite überzeugen, ist häufig eine zeitintensive Aufgabe. Und gerade wenn es mal wieder schnell gehen muss, treten dabei oft eher die altbekannten denn die passenden Gesichter zutage. Bei FleishmanHillard haben wir aus diesem Grund zwar schon selbst eine umfangreiche Influencer-Datenbank aufgebaut. Aber im Sinne einer allgemeinen Professionalisierung der Influencer Relations wäre eine öffentliche, sich aus vielen Quellen speisende Lösung wünschenswert. Vorhandene Ansätze für dieses Problem (z.B. Followerwonk oder InfluencerDB) beschränken sich aber leider nur auf öffentlich einsehbare quantitative Daten.

Team „Heißer Fleischapfel“ hat deshalb in 48 Stunden Symfluence – Find What Matters entwickelt, ein Tool, das es beiden Seiten erleichtern soll, sich für vertrauensvolle Kooperationen zusammenzufinden. Eine Schnittstelle zu den Analytics-Daten der verschiedenen Kanäle sowie eine Bewertungsfunktion für Influencer und Agenturen/Unternehmen gleichermaßen sollen für Transparenz in der Zusammenarbeit sorgen. Was es ausdrücklich nicht tut: die Beziehungspflege zwischen Influencern und Agenturen/Unternehmen ersetzen, denn erst durch kollegiale Zusammenarbeit entstehen die guten Geschichten und der inspirierende Content.

Das Team „Heißer Fleischapfel“ beim PR-Hackathon (Bild: Christian Christes für dpa Picture-Alliance GmbH)

Das Team „Heißer Fleischapfel“ beim PR-Hackathon (Bild: Christian Christes für dpa Picture-Alliance GmbH)

Die uneingeschränkte Kollaboration über Disziplingrenzen hinweg und die Offenheit der Teilnehmer brachte großartige Ideen und bereits erste Prototypen hervor. Der Zeitdruck hilft dabei, sich auf das Wesentliche zu fokussieren und sich zu trauen, auch einmal noch nicht ganz finale Konzepte und Produkte vorzustellen, anstatt in Schönheit zu sterben. Die „feuchten Träume der Berater“ (wie es ein Teilnehmer formulierte) werden durch die Einbindung von Programmierern plötzlich schon ein bisschen Realität und am Ende der Veranstaltung bleibt der Antrieb, an den Ideen weiter zu feilen. Die URL Symfluence.de hat sich unser Team zum Beispiel direkt gesichert – man weiß ja nie!

Unser Enthusiasmus wurde übrigens auch belohnt: Symfluence wird als „Most Trendsetting“ (gesponsert von edelman.ergo) ausgezeichnet und reiht sich ein neben Gesamtsieger Whizzually, der „Most Innovative“-Lösung moodbot und dem Gewinner in der Kategorie „Future of Content“ – PRPulse.

Weitere Eindrücke zum ersten PR-Hackathon gibt es auch gesammelt im Storify von news aktuell.