Jobstart aus dem Home Office – wie es gut klappen kann

Auch auf den Beginn eines neuen Jobs hat die anhaltende Pandemie ihre Auswirkung: Für viele verläuft nicht nur der gesamte Bewerbungsprozess digital, sondern auch die ersten Tage und Wochen müssen von daheim gemeistert werden.

Bei FleishmanHillard Deutschland ist das kein Problem: Schon vor Corona waren viele Prozesse digital möglich und ein gutes Verständnis für die Tücken und Chancen da. Thies Clausen und Stefanie Söhnchen haben mitten im Travelban bei der Kommunikationsagentur angefangen und berichten von Lessons Learned und ihrem Weg dahin.

Thies ClausenThies, wie was es für dich, während der Corona-Zeit einen neuen Job anzufangen?

„Es war eine gemischte Erfahrung – ich hatte einerseits mein Team physisch vor Ort in Berlin und andererseits das Headquarter, das ich persönlich zu Beginn nicht besuchen konnte. Durch das Zusammensein ist das Team vor Ort schnell zusammengewachsen. Bei allen anderen war klar, dass das eine Herausforderung sein würde. Zu verstehen, was die anderen machen, deutlich zu machen, was man selbst macht und wo die Schnittstellen sind.“

Stefanie, du warst ja bisher komplett Remote – wie ist das für dich?

„Es ist schon bemerkenswert, dass ich weder bei der Bewerbung noch beim Start jemanden persönlich getroffen habe. Das konnte

klappen, weil ganz viele Überlegungen zu „Wie kann das digital ablaufen“ sehr gut auf FleishmanHillard-Seite stattgefunden haben. Aber ich vermisse schon das „in einem Raum sein“ mit den KollegInnen.“

Thies: „Stimmt. Die persönliche Dimension des Aufbaus von Vertrauen ist schwieriger. Dieses Fundament, das man benötigt für „Ich kann dich mal eben anrufen, wenn ich etwas brauche“ lässt sich remote einfach nicht so leicht schaffen.“

 

Welche Skills musstet ihr von euch aus für einen guten Remote-Start mitbringen, was sind Voraussetzungen in der Company?

Thies: Ganz wichtig – besonders für die ersten Tage – ist, dass die Company Termine für dich macht, um schnell und leicht ins Gespräch zu kommen. Und auch, dass Leute einem danach die Tür öffnen. Manchmal muss dann auch von ganz oben ein Connect kommen, damit sich Leute Zeit nehmen. Und das ist nicht als „Wohlfühl-Faktor“ zu verstehen, sondern ein ganz wichtiger Erfolgsfaktor für einen guten Start.

Stefanie: Ich denke, dass eine gute digitale Infrastruktur sehr hilft. Die richtigen Arbeitsgeräte, Zugriff auf Apps, Projektmanagement-Tools und Daten können helfen, einen guten inhaltlichen ersten Eindruck zu bekommen. Außerdem hilft, wenn sich alle ganz gut mit diesen Dingen auskennen – wie es bei diesem Start der Fall war – damit ein Austausch simple funktioniert und Spaß macht.

Und zum Thema eigene Skills?

Stefanie: Ich bin ein Fan von guter Selbstorganisation und Struktur, die mir hilft, allein im Home Office effektiv zu sein. Außerdem weiß ich es sehr zu schätzen, wenn in Video-Calls eine wache Energie herrscht – das war bei meinem Onboarding bisher sehr oft der Fall. Ein „ich bin wirklich hier und bei dir“ von sich aus zu senden und zu empfangen ist Gold wert.

Thies: Es ist gut, sich selbst zu überlegen, wie man schnell relevant und hilfreich sein kann. Überleg dir, was haben andere Stakeholder für Interessen und wo kann man helfen oder inspirieren? Einfach so. Auf diese Weise wird man sichtbarer und relevanter.

Was sind für euch Lessons Learned – was hat gut geklappt, was würdet ihr anders machen?

Thies: Ich habe mir eine Netzwerk-Agenda gemacht, aufgeschrieben, wen ich kennen müsste und möchte – national und international. Das sind einfach 1on1 Talks – Aufbau der Beziehung ohne direkte Nutzung der Beziehung. Das hat auch schon sehr gut funktioniert – plötzlich gehen neue Türen auf. Das erfordert allerdings Planung und Ausdauer.

Stefanie: Es hilft mir immer, viele Fragen zu stellen und die Einschätzung von wichtigen Stakeholdern einzuholen. Auf diese Weise wird das Bild konkreter und ich kann ganz gezielten, relevanten Input liefern.

Ich finde außerdem, dass durch die Situation eine ganz andere Art von Vertrauen entsteht. Da der übliche Weg des Beziehungsaufbaus aktuell wegfällt, passiert ganz viel auf der inhaltlichen Ebene. Es herrscht eine größere fachliche Orientierung, was ich grundsätzlich schätze. Allerdings erfordert das auch Fingerspitzengefühl und Medienverständnis z.B. in der Wirkung von Emails oder Teams-Chats, um das Thema „stimmt die Chemie“ nicht ganz außer Acht zu lassen.

Was ist euer Rat an andere, die auch aktuell remote in den neuen Job starten?

Thies: Kümmer dich drum – warte nicht darauf, dass es zu dir kommt. Make an effort. Man sollte sein Ankommen deutlich machen.

Stefanie: Keine Panik – viele Dinge sind gar nicht so anders und viele Unternehmen haben eine sehr gute Idee, wie das klappen kann. Und: vernetz dich mit anderen in der gleichen Situation z.B. auf LinkedIn und frage sie, wie sie sich organisiert haben, was geholfen hat und was nicht. Dann kannst du mit etwas mehr ZEN loslegen, weil du dich nicht unvorbereitet oder allein fühlst.

Vielen Dank an euch beide. Stichwort „Vernetzung“: auf LinkedIn findet ihr die Kollegen natürlich auch (Stefanie Söhnchen / Thies Clausen), falls ihr Lust auf einen Austausch zu Public Affairs oder Digital Strategie oder eben dem Starten und Arbeiten aus dem Home Office habt.

Und jetzt ihr: wenn ihr remote in einen neuen Job starten würdet, was würdet ihr machen, um gut reinzukommen?